Erst der Schreck, dann die Machtdemonstration
Deutschland startet mit einem 7:1 gegen Curaçao in die WM. Der Debütant setzt einen historischen Treffer, danach rollt die DFB-Offensive – und in Gruppe E deutet sich an, dass die nächsten Aufgaben deutlich härter werden.
Nach kurzem Schreckmoment übernimmt Deutschland die Kontrolle: Das DFB-Team startet mit einem 7:1 gegen Curaçao in die WM 2026.
So kann ein Turnier beginnen: Deutschland hat sein erstes WM-Spiel gegen Curaçao mit 7:1 gewonnen und damit gleich am ersten Gruppenspieltag ein klares Zeichen gesetzt. Es war ein Auftakt mit Tempo, einem kurzen Schreckmoment, vielen Toren – und einer Geschichte, die trotz des deutlichen Ergebnisses auch dem Außenseiter gehören durfte.
Felix Nmecha eröffnete den Torreigen bereits in der 6. Minute nach starkem Zusammenspiel mit Florian Wirtz. Alles sah nach einem sehr frühen, sehr einseitigen Abend aus. Doch Curaçao schrieb in der 18. Minute seinen eigenen kleinen WM-Moment: Livano Comenencia traf zum zwischenzeitlichen 1:1 – das erste Tor des kleinsten WM-Teilnehmers der Geschichte bei einer Endrunde. Für einen kurzen Moment war die Erinnerung an frühere deutsche WM-Fehlstarts spürbar.
Diesmal blieb es aber bei diesem kurzen Wackler. Nico Schlotterbeck brachte Deutschland nach einer Ecke des auffälligen Nathaniel Brown per Kopf wieder in Führung (38.). Kurz vor der Pause verwandelte Kai Havertz einen Foulelfmeter zum 3:1 (45.+5). Nach dem Seitenwechsel brauchte das DFB-Team nur 67 Sekunden, bis Jamal Musiala mit einem flachen Abschluss ins lange Eck auf 4:1 stellte. Damit war die Partie entschieden – und wurde zur deutschen Tor-Show.
Nathaniel Brown krönte seinen starken Auftritt mit dem Treffer zum 5:1 (68.). Deniz Undav kam von der Bank, bereitete vor, traf selbst zum 6:1 (78.) und legte später auch noch Havertz' zweiten Treffer zum 7:1 auf (88.). Gerade Brown und Undav gaben dem deutschen Spiel noch einmal besondere Energie. Für Bundestrainer Julian Nagelsmann war wichtig, dass seine Mannschaft nach dem Ausgleich nicht nervös wurde, sondern die passende Antwort fand.
Curaçao blieb trotz der Niederlage Teil der Geschichte. Dick Advocaat wurde mit 78 Jahren zum ältesten Trainer der WM-Geschichte, Manuel Neuer zum ältesten deutschen Spieler bei einem großen Turnier. Vor allem aber feierten die Fans aus der Karibikinsel den historischen Treffer ihres Teams, als wäre er mehr als nur ein Ehrentor. Genau solche Momente machen diese größere WM besonders.
Die Elfenbeinküste gewann gegen Ecuador spät mit 1:0 durch Amad Diallo in der 90. Minute. Damit liegen Deutschland und die Elfenbeinküste nach dem ersten Spieltag vorne, wobei die DFB-Elf dank des klaren Torverhältnisses Platz eins übernimmt. Am kommenden Samstag wartet in Toronto nun das direkte Duell mit den Ivorern – und das dürfte eine ganz andere Prüfung werden.