Drama bis zum letzten Schuss – das Viertelfinale steht

07.07.2026

Das Achtelfinale hat die WM auf acht Teams verdichtet. Brasilien, Portugal und alle drei Gastgeber sind raus, Frankreich, Spanien, England und Argentinien sind weiter – und die Schweiz setzt den späten Schlusspunkt per Elfmeterschießen gegen Kolumbien.

Riesenjubel bei der Schweiz: Nach dem 4:3 im Elfmeterschießen gegen Kolumbien steht die Nati erstmals seit 1954 wieder in einem WM-Viertelfinale.

Aus 16 mach 8: Das Achtelfinale der WM 2026 ist gespielt – und die nächste große Sortierung hat es in sich. Große Namen mussten gehen, Außenseiter haben geliefert, Favoriten mussten leiden. Wer jetzt noch dabei ist, hat mindestens einen Moment überstanden, in dem das Turnier komplett kippen konnte.

Der letzte Platz im Viertelfinale ging an die Schweiz. Gegen Kolumbien fielen 120 Minuten lang keine Tore, dann wurde Gregor Kobel zum Schweizer Rückhalt. Erst scheiterte Cucho Hernández am stark reagierenden Torwart, dann verwandelte Ruben Vargas den entscheidenden Elfmeter. 4:3 im Shootout – und die Nati steht erstmals seit der Heim-WM 1954 wieder in einem WM-Viertelfinale.

Dort wartet Argentinien. Der Titelverteidiger stand gegen Ägypten schon kurz vor dem Aus: 0:2 nach Toren von Yasser Ibrahim und Mostafa Zico, dazu hatte Lionel Messi in der ersten Halbzeit noch einen Elfmeter vergeben. Doch dann drehte der Weltmeister innerhalb von 13 Minuten alles. Messi bereitete das 1:2 durch Cristian Romero vor, traf selbst zum Ausgleich und sah, wie Enzo Fernández in der Nachspielzeit zum 3:2 einköpfte. Mehr Comeback geht kaum.

Die größte sportliche Wucht kam aus Norwegen. Erling Haaland schoss Brasilien mit zwei späten Treffern fast im Alleingang aus dem Turnier – 2:1, das Neymar-Elfmetertor tief in der Nachspielzeit änderte daran nichts mehr. Norwegen steht erstmals im Viertelfinale und trifft nun auf England, das Mexiko in einem wilden Spiel im Aztekenstadion mit 3:2 bezwang. Für den letzten verbliebenen Gastgeber aus Nordamerika war es ein bitteres Ende vor eigenem Publikum.

Auch die beiden anderen Gastgeber mussten schon vorher gehen. Kanada unterlag Marokko klar mit 0:3, die USA verloren gegen Belgien deutlich mit 1:4. Damit ist die Heim-WM für alle drei Ausrichter beendet. Marokko trifft nun auf Frankreich, das gegen Paraguay lange Geduld brauchte und durch einen Elfmeter von Kylian Mbappé 1:0 gewann. Belgien bekommt es mit Spanien zu tun.

Spanien wiederum beendete wohl auch Cristiano Ronaldos letzte WM-Reise. Gegen Portugal sah vieles nach Verlängerung aus, bis Joker Mikel Merino in der 90.+1 Minute zum 1:0 traf. Spanien blieb damit erneut ohne Gegentor und geht als Favorit in das Duell mit Belgien. Für Portugal und Ronaldo dagegen ist der Traum vorbei.

Damit stehen die vier Viertelfinals fest: Frankreich gegen Marokko, Spanien gegen Belgien, Norwegen gegen England und Argentinien gegen die Schweiz. Vier Spiele, vier völlig unterschiedliche Geschichten: der Topfavorit gegen den afrikanischen Halbfinalisten von 2022, ein europäischer Prüfstein für Spanien, Haaland gegen Kane – und Messi gegen eine Schweiz, die gerade Geschichte geschrieben hat.