Frankreich, Spanien, England, Argentinien – das Halbfinale steht
Die Viertelfinals sind gespielt, nur noch vier Teams sind übrig. Frankreich und Spanien liefern sich nun ein europäisches Topduell, England trifft auf Argentinien – und die WM geht in ihre heißeste Phase.
Jude Bellingham übernimmt Verantwortung: Mit zwei Treffern dreht er das Viertelfinale gegen Norwegen und schießt England ins Halbfinale.
Aus acht wurden vier. Und wer gehofft hatte, dass diese WM vor dem Halbfinale noch einmal kurz Luft holt, wurde enttäuscht: Die Viertelfinals lieferten große Namen, späte Tore, Verlängerung, VAR-Diskussionen – und einige bittere Abschiede.
Frankreich machte als erstes Team den Schritt ins Halbfinale. Gegen Marokko brauchte der Favorit zwar Geduld, setzte sich am Ende aber verdient mit 2:0 durch. Kylian Mbappé vergab zunächst einen Elfmeter, traf später aber selbst, ehe Ousmane Dembélé nachlegte. Marokkos Traum von der nächsten großen Sensation war damit vorbei, Frankreich bleibt auf Kurs – und wirkt weiter wie ein Team, das genau weiß, wann es zuschlagen muss.
Der Gegner heißt Spanien. Gegen Belgien wurde es enger, nervöser und deutlich später entschieden. Beim 2:1 profitierte Spanien von einem Torwartfehler und einem Jokertor von Mikel Merino. Es war kein Spaziergang, eher ein Arbeitssieg mit Wirkung. Spanien steht im Halbfinale – und bekommt nun genau den Härtetest, den diese Mannschaft für den nächsten Schritt braucht: Frankreich gegen Spanien, Mbappé gegen eine der spielstärksten Mannschaften des Turniers.
Noch dramatischer wurde es in Miami. Norwegen führte gegen England durch ein Traumtor von Andreas Schjelderup und war nah dran, den nächsten großen Favoriten aus dem Turnier zu werfen. Doch dann übernahm Jude Bellingham. Erst traf er kurz vor der Pause zum Ausgleich, dann nutzte er in der Verlängerung einen Fehler von Norwegens Torhüter und schob zum 2:1 ein. England jubelte, Norwegen weinte – und Erling Haaland musste nach einer starken WM ohne Halbfinale nach Hause.
Auch Argentinien musste deutlich mehr arbeiten, als es dem Titelverteidiger lieb gewesen sein dürfte. Gegen die Schweiz ging der Weltmeister früh durch Alexis Mac Allister in Führung, doch Dan Ndoye glich aus. Nach einer umstrittenen Gelb-Roten Karte gegen Breel Embolo kippte das Spiel erst in der Verlängerung endgültig. Julián Álvarez traf in der 112. Minute traumhaft, Lautaro Martínez machte in der Nachspielzeit den Deckel drauf: 3:1, Argentinien weiter, Schweiz raus – aber sicher nicht ohne Stolz.
Damit stehen die Halbfinals fest: Frankreich gegen Spanien und England gegen Argentinien. Es sind zwei Duelle, die nach großem Fußball klingen. Auf der einen Seite Tempo, Technik und europäische Rivalität. Auf der anderen Seite Geschichte, Wucht und jede Menge Symbolik: England gegen Argentinien, Bellingham gegen Messi, ein Klassiker mit neuer Besetzung.